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Dienstag, 17. Januar 2012

Nordic Walking

Nordic Walking ist eine Ausdauersportart, bei der Gehen durch den Einsatz von zwei Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt wird.

Die Anfänge dieses Sports liegen in den 1930er Jahren. Schon damals wurde im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Stockgang oder Stocklauf schnelles Gehen von Langläufern im Sommer und Herbst in das Training integriert, um die Kondition zu verbessern und so schon im Winter in höhere Trainingsintensitäten einzusteigen.

Einer der ersten Walking-Stöcke mit Gummipuffern an der Spitze wurde von Tom Rutlin vorgestellt und 1988 in den USA eingeführt.

1992 wurde in der amerikanischen Fachliteratur das Pole Walking (Pole = Skistock) vorgestellt. Darunter verstand man Walking mit modifizierten Skistöcken zur Unterstützung der typischen Langlauf-Armbewegung. In Studien von Stoughton, Larkin und Karavan 1992 und Hendrickson 1993 wurden Ausdauereffekte, Trainingsreize und psychologische Profile von Walking mit Stöcken untersucht. Ein Effekt dieser Studienergebnisse war, dass das Nordic Walking als Ausdauersportart propagiert wurde. Da es keinen typischen Walking-Stock gab und die Technik des Nordic Walking nicht weiter entwickelt wurde, ebbte das Interesse bald ab.


Während einer Messe 1997 wurde dann der Stock vom Erfinder des Nordic-Walkings Marko Kantaneva vorgestellt. Aus seiner Diplomarbeit und der Kooperation mit der Firma Exel wurde dort dem Publikum diese Sportart präsentiert. Man gewann den Messepreis und somit viel Presseaufmerksamkeit, und bereits 1998 stieg der Verkauf der Stöcke rasant an. Zur Verbreitung und Vermarktung der Sportart wurden verschiedene Verbände gegründet.

 •    Was ist eigentlich Nordic Walking und warum ist diese Sportart so beliebt?

•    Nordic Walking schmiert die Gelenke.
•    Die allgemeine körperliche Kondition verbessert sich.
•    Nordic Walking stärkt die Muskeln. Durch das Einsetzen der Stöcke bewegen sich bei Nordic Walking  circa 88 bis 90 % der etwa 600 Muskeln im menschlichen Körper.
•    Es erhöht den Kalorienverbrauch. Dadurch ist Nordic Walking hervorragend für Übergewichtige, welche auch auf ihre Gelenke achten müssen.
•    Die Sauerstoffaufnahme des Körpers verbessert sich.
•    Nordic Walking löst Muskelspannungen und -krämpfe. Vor allem im Nacken- und Rückenbereich. Daher ist Nordic Walking für Menschen mit einer sitzenden Tätigkeit sehr empfehlenswert.
•    Durch die verbesserte Körperhaltung kann man leichter atmen.
•    Der Blutkreislauf verbessert sich. Nordic Walking ist sinnvoll bei Vorbeugung, sowie in der Therapie.
•    Nordic Walking beeinflusst die folgenden Krankheiten positiv: Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes. Außerdem kann diese Sportart eine Thrombose vorbeugen.
•    Durch die gleichstimmigen Bein- und Handbewegungen verbessert Nordic Walking die Koordination und wirkt sich dadurch auch auf die Gehirnfunktion positiv aus. Es ist erschreckend, wie groß der Anteil der Menschen ist, die nicht richtig laufen können und was das für eine Herausforderung für diese Menschen die koordinierte diagonale Bewegung der Arme und Beine durchzuführen ist – obwohl dies an sich ein natürlicher Bewegungsablauf ist.
•    Nordic Walking verbessert die Beweglichkeit der Gelenke – das ist in jedem Alter und in jedem Trainingszustand erwünscht – und erhöht dadurch die Lebensqualität.
•    Nordic Walking ist eine Bewegungsart im Freien. Bewegung draußen (sollte dies auch noch in einem Stadtpark sein), wirkt sich positiv auf den Gemütszustand: Endlich ein bisschen Abwechslung neben dem Arbeitsplatz und der Wohnung.
•    Beim Nordic Walking bilden sich Hormone im Körper, welche mit Stresssituationen besser umzugehen helfen (Stressresistenz), das Glückgefühl steigt. Diese positive Nebenwirkung ist bei Sportlern seit langem bekannt. Viele Menschen treiben Sport wegen dieses rauschenden Glücksgefühls.
•    Die Intensität von Nordic Walking kann man stufenlos einstellen und die einzelnen Techniken können sehr gut miteinander kombiniert werden.
•    Für viele Menschen ist es wichtig, dass Nordic Walking auch als Gruppensport ausgeübt werden kann. So können sich Freunde, Arbeitskollegen und Familien zusammen bewegen. Sie können auch diejenigen motivieren, denen es alleine eine zu große Überwindung kostet, sich sportlich zu betätigen
•    Außerdem kann man Nordic Walking mit sehr geringen finanziellen Mitteln ausüben: Nach dem Kauf der Stöcke und einem Paar geeigneten Schuhe kann man Nordic Walking über das ganze Jahr und auf fast allen Geländen ausüben.


 Allgemein

Der Einsatz von Stöcken macht aus Walking ein Training, bei dem zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers beansprucht wird. Nordic-Walking ist für ambitionierte Sportler ebenso geeignet wie für untrainierte Menschen. Die Gelenke werden jedoch, entgegen anders lautenden Behauptungen, mehr belastet als beim normalem Spazieren. Nach einer Studie von Sportmedizinern des Krankenhauses für Sportverletzte in Hellersen ist der Sauerstoffverbrauch (und daraus folgernd die Ausdauerbelastung) beim Nordic Walking mit korrekter Ausführung ca. 5% höher als beim konventionellen Walking, wenn dieses ohne zusätzliche Oberkörperbewegungen durchgeführt wird


Bewegungsablauf

Walking ist eine Sportart mit zyklischem Bewegungsablauf. Der rechte Stock hat immer dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt, der linke Stock, wenn die rechte Ferse aufsetzt. Die Stöcke werden nah am Körper geführt. Der jeweilige Stock wird schräg nach hinten eingesetzt; der Stockeinsatz sollte immer unterhalb des Körperschwerpunktes, also in der Schrittstellung auf der vertikalen Körperachse erfolgen. Es gibt Trainingsarten, bei denen die Hand ständig geöffnet und geschlossen wird.

Ausrüstung

Nordic-Walking-Stöcke bestehen aus leichten Materialien wie CFK, CFK-Glasfaser-Mischung oder Aluminium. CFK dämpft Schwingungen besser als Aluminium und ist stabiler. Ein abnehmbarer Gummischutz auf den Stockspitzen absorbiert zusätzlich Schläge und mindert Geräusche auf Asphalt. Handschlaufen dienen in erster Linie der Kraftübertragung vom Arm auf den Stock und in zweiter Linie zur Sicherung gegen Rutschen.

Ein zu kurzer oder zu langer Stock ist bei einer funktionalen Bewegungsausführung hinderlich. Für die Länge der Stöcke kann folgende Faustformel empfohlen werden: Körpergröße (in cm) x 0,66 = Stocklänge. Es empfiehlt sich, im Zweifel eine etwas kürzere Stocklänge als berechnet auszuwählen, damit es nicht zu Ausweichbewegungen in den Schultergelenken kommt. Viele Stöcke lassen sich in der Länge durch Teleskoprohre verstellen.

Die Anforderungen an einen Laufschuh und einen Walking-Schuh sind ähnlich. Im Vergleich zum Jogging-Schuh sind der Fersenbereich und die gesamte Sohle im Walking-Schuh stärker abgerundet und sollen so für ein flüssiges Abrollen sorgen.

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